VISIONS
Museum Brandhorst MÜnchen
Renaturierung der Emscher
Energiebunker Hamburg
 

spaces

TXL+ Berlin
FÜrst-PÜckler-Land Brandenburg
Nachhaltige Firmenzentrale Unilever

 

heroes
Solar Decathlon Darmstadt

Holzhochhaus E3 Berlin
Werner Sobek Stuttgart

 

joker

Tropenwald

 

MUSEUM BRANDHORST – DIE NEUE ÄSTHETIK DES KLIMASCHONENDEN BAUENS
MÜnchen, 2008


 
Im Münchner Kunstareal in unmittelbarer Nachbarschaft zur »Pinakothek der Moderne« entstand ein bemerkenswertes Kunstmuseum, das durch seine ungewöhnliche Fassade und sein Energiekonzept auffällt.

Das Museum als Behälter für lebendige Kunst: Dabei wirkt die polychrome Fassade selbst wie ein großes abstraktes Gemälde. Die Außenhaut ist mehrschichtig aufgebaut. Vor der Unterkonstruktion und der Wärme-dämmung hängt eine horizontal gefaltete, zweifarbige Blechhaut, deren Feinperforation den Lärm des Autoverkehrs absorbiert. Davor angeordnet sind 36.000 vertikale Keramikstäbe, glasiert in insgesamt 23 verschiedenen Farben. Das Gebäude wirkt dadurch fast entmaterialisiert, die Oberfläche des Hauses scheint sich mit der Bewegung des Betrachters zu verändern.

Hohe Anforderungen an die Stabilität von Temperatur, relativer Luftfeuchte und Luftqualität in Ausstellungsräumen und Depots verlangen einen sehr hohen Grad technischer Installation und verursachen enorme Betriebskosten. Diesen tritt das Museum mit einem ganzheitlichen und nachhaltigen ökologischen Konzept entgegen. So nutzt es die in der näheren Umgebung vorhandene hohe Temperatur des Grundwassers mittels Wärmepumpen-technik. Zusammen mit der Bauteilaktivierung lässt sich so gegenüber einem vergleichbaren Gebäude herkömmlicher Technik bis zu 50 % der thermischen Energie und 26 % der elektrischen Energie einsparen. Pro Jahr wird damit der CO2-Ausstoß um 356 Tonnen reduziert.

Das Museum Brandhorst ist ein gelungenes Beispiel für die Chancen, die sich durch den Anspruch an ein neues Bauen, das energietechnische und klimaschonende Aspekte mit hochwertiger Architektur verbindet, bieten.


Architekt:
Sauerbruch Hutton, Berlin
www.sauerbruchhutton.com

Bauherr:
Freistaat Bayern, Bayrisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, München
www.museum-brandhorst.de

 
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DIE EMSCHER – VOM ABWASSERKANAL ZURÜCK ZUR FLUSSLANDSCHAFT
Holzwickede bis Dinslaken, seit 2006


 
 

Mit dem Kohlebergbau begannen im 19. Jahrhundert die Industrialisierung des Ruhrgebiets und die Entwicklung zum grössten Ballungsraum Europas. Die den nördlichen Teil durchfließende Emscher wandelte sich seitdem von einem ungebändigten Fluss zu einem begradigten, offenen Abwasserlauf. Durch den Umbau der Emscher auf über 80 km Länge soll das Neue Emschertal geschaffen werden, der Fluss zurückkehren.

Der Umbau des Emschersystems und die Entwicklung des Neuen Emschertals sind Generationenprojekte mit vielen Meilensteinen, im Verlauf derer die Emscher zu einem durchgängigen Gewässerlebensraum und damit einem überregional bedeutsamen Biotopverbund ausgebildet werden soll.

Der Masterplan Emscher-Zukunft definiert Vision und Leitbild für eine städtebauliche und landschaftliche Entwicklung. Als anpassungsfähige, flexibel agierende und reagierende Planungsplattform dient er dem Dialog aller Beteiligten, der Konsensfindung und schafft Impulse für neue Projekte.

Die Grundlagen wurden 2003 in einem interdisziplinären Wettbewerb gelegt. Der ausgewählte Entwurf wählte das Symbol des farbigen Kabelstrangs für die Neue Emscher. Blau steht für die Gewässerentwicklung, grün für die begleitenden Wege, die Aufwertung der Freiräume und die Siedlungsränder. Die roten Verbindungen reichen weit in die Region hinein und verflechten ehemals isolierte Bereiche miteinander.

Die Neue Emscher wird durch den Umbau zum räumlichen Bindeglied, zum Identitätsträger und Identitätsvermittler für eine ganze Region. Das Vorhaben zeigt, welche großen Chancen sich über den Wandel zu einem attraktiven Flusstal hinaus mit der Vision einer verbindenden und ökologisch orientierten Planung für die Zukunft eröffnen.


Architekten:
ASTOC GmbH und Co. KG Architects & Planners, Köln
www.astoc.de

Umwelt- und Landschaftsplanung:
RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn
www.rmp-landschaftsarchitekten.de

Gewässerentwicklung:
Landschaft planen und bauen GmbH, Berlin
www.lpb-berlin.de

Norbert Post / Hartmund Welters Architekten & Stadtplaner BDA/SRL, Dortmund
www.post-welters.de

Bauherr:
EMSCHERGENOSSENSCHAFT, Essen

 
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ENERGIEBUNKER –
EIN MAHNMAL TREIBT DEN STADTTEIL AN

Hamburg-Wilhelmsburg, 2009 - 2012


 
 

Seit über 60 Jahren steht ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg als Mahnmal mitten in einem Wohngebiet, nachdem 1947 beim Versuch der Sprengung nur der innere Aufbau völlig zerstört wurde. Jetzt soll der Beton-Koloss zum Symbol eines klimaneutralen Stadtteils werden.

Im Anschluss an den Umbau des ehemaligen Flakbunkers zum Energiebunker sollen von hier aus über 800 Wohnungen des benachbarten »Weltquartiers«, einem weiteren Projekt der Internationalen Bauausstellung Hamburg, mit erneuerbarer Wärme versorgt und gleichzeitig ein Teil des dort benötigten Stroms erzeugt werden. Die drei Kernelemente des Energiekonzepts sind: eine Solaranlage auf dem Dach und an der Südfassade, ein Blockheizkraftwerk auf Biomassebasis sowie im Inneren ein 8.000 m3 großer Wasserspeicher. Und auch die Erweiterung des Projekts ist schon geplant: Die Nutzung von Abwärme und pflanzlichen Reststoffen eines nahe gelegenen Industriebetriebs soll die Versorgung eines Großteils des umliegenden Stadtviertels mit CO2-effizienter Wärme und Strom ermöglichen.

Zugleich wird sich der Energiebunker nach der Sanierung dem Stadtteil öffnen und den Menschen die Möglichkeit bieten, von einer Terrasse und einem Café in einem der ehemaligen Geschütztürme weit über den Hafen und die Innenstadt Hamburgs zu blicken. Eine flankierende Ausstellung soll an die (Kriegs-) Geschichte des Bunkers erinnern.

Der Energiebunker bleibt Mahnmal vernichtender Zerstörung und wird zugleich zum Symbol für einen neuen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.


Architekten:
Machbarkeitsstudie: HHS Planer + Architekten AG, Kassel
www.hhs-architekten.de

Untersuchung Abriss und Instandsetzung:
Prof. Dipl.-Ing. Peter Bartram und Partner, Fischerhude
www.bartram.de

Energiekonzept:
Steinbeis-Transferzentrum Energie-, Gebäude- und Solartechnik (STZ-EGS), Stuttgart
www.stw.de

Speicherkonzept:
Ingenieurbüro Lichtenfels, Keltern

Einsatz und Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung:
sumbi INGENIEURE, Hamburg
www.sumbi.de

Bauherr:
Internationale Bauausstellung IBA Hamburg GmbH, Hamburg

 
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  TXL+
Berlin, seit 2008


 
 

Mit dem Ausbau des Flughafens Schönefeld entsteht ein neuer Hauptstadt-Airport. Berlin Brandenburg International soll 2011 in Betrieb gehen. Der innerstädtische Flughafen Tegel wird dann geschlossen – Gebäude und Gelände brauchen eine neue Nutzung. Die Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg schlagen auf dem Areal die Entwicklung einer Energie-Plus-Stadt vor.

2008 entstand die Idee für die Nachnutzung des 460 Hektar großen Flughafengeländes Berlin-Tegel. Eine Stadt der Zukunft soll hier gebaut werden, deren Errichtung und Nutzung den Prinzipien der Nachhaltigkeit folgt. Das Terminalgebäude würde zum Showroom der deutschen Umweltindustrie und langfristig die Planungszentrale einer Energie-Plus-Stadt.

Die Planung der Energie-Plus-Stadt Tegel soll architektonisch, energetisch und sozial höchsten Anforderungen genügen. Urbane Dichte und funktionale Flexibilität zielen auf Lebens- und Arbeitsmodelle, die strukturell zu einer optimierten Nutzung von Energie führen. Eine kompakte, verdichtete und mit hoher Lebensqualität ausgestattete Stadtstruktur wäre die Alternative zum Bauen auf der grünen Wiese.

Die Architektur der Gebäude soll der »Triple Zero« Strategie folgen. Über die Jahressumme wird keine Energie verbraucht, es werden keine Emissionen abgegeben und keine Rückstände produziert.

2009 fand zum Thema »TXL+ Schaufenster einer Energie-Plus-Stadt« ein fünfwöchiger Intensivkurs mit 21 Stipendiaten aus Deutschland und China statt. Die praxisorientierten Ergebnisse wurden in Hamburg und Berlin ausgestellt und zeigten zukunftsfähige Ansätze für ein urbanes und nachhaltiges Bauen in der Stadt. Derzeit ist das Projekt in der Diskussion.


Gesamtkonzeption:
gmp von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg
www.gmp-architekten.de

Konzeptweiterentwicklung:
aac Academy for Architectural Culture, Hamburg
www.aac-hamburg.de

Auftraggeber:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

 
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FÜRST-PÜCKLER-LAND – VON DER INDUSTRIE- ZUR FREIZEITLANDSCHAFT
Brandenburg, 2000 - 2010


 
 

Von 2000 bis 2010 ist die Braunkohleregion Lausitz Schauplatz der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land. Mit ihren 27 Projekten gibt die IBA wirtschaftliche, gestalterische und ökologische Impulse für den nötigen Strukturwandel eines ehemaligen Industrie- und Bergbaugebiets.

Das Thema der zurück gewonnenen Landschaft steht im Mittelpunkt dieser IBA. Wo sich einst das Energiezentrum der DDR befand, trifft man heute auf die größte Landschaftsbaustelle Europas. Hier werden Berge versetzt und neue Seen angelegt. Teile dieses Wandlungsprozesses sind Industriebauten, gigantische Bergbaugeräte, Werkssiedlungen und großflächige Industrie-areale, für die neue Bestimmungen zu finden sind.

Namensgeber und Inspiration für die IBA ist Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Er hat im 19. Jahrhundert mit seinen Landschaftsgärten in Bad Muskau und Branitz viel beachtete Meisterwerke der Gartenkunst geschaffen, die bis heute in aller Welt geschätzt sind. Die IBA Fürst-Pückler-Land verknüpft gestalterische und technische Innovationen, konfrontiert Wissenschaft und Kunst mit dieser Aufgabe, lenkt internationale Aufmerk-samkeit auf die Region – und schafft damit regionale Wirtschaftskreisläufe und somit neue Arbeitsplätze.

Aus den ehemaligen Braunkohletagebauen entsteht das Lausitzer Seenland – eine Zukunftsinvestition, die den Charakter der Lausitz von einer Bergbauregion in eine Erholungslandschaft und Wassertourismusregion verändert.

Die IBA Fürst-Pückler-Land ist ein weiteres Beispiel der starken Innovationskraft Internationaler Bauausstellungen als beispielgebende Motoren der Stadt- und Regionalentwicklung in Deutschland.


Architekten:
Landmarke: Architektur & Landschaft Susanne Gabriel und Stefan Giers, München
www.architekturundlandschaft.de

Schwimmende Architektur:
kern und repper architekten partnerschaft blauwerk, München
www.dasblauwerk.de

Schwimmender Steg:
sinai. Faust. Schroll. Schwarz. Freiraumplanung + Projektsteuerung
GmbH, Berlin
www.sinai.de

Bauherr:
Stadt Senftenberg, IBA Fürst-Pückler-Land, Großräschen

 
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NACHHALTIGE FIRMENZENTRALE – EIN BÜROHAUS ÖFFNET SICH DER STADT
Hamburg, 2009

 
 

Hamburg ist eine Stadt am Strom. Europas größtes Stadtentwicklungsgebiet, die Hafen-City, entsteht auf ehemaligen Hafenflächen. Hochwassersicherheit, aber auch Klimaschutz sind elementare Anliegen der privaten und öffentlichen Bauherren. Die neue Deutschlandzentrale von Unilever ist ein Pionierbauwerk des nachhaltigen Städtebaus und bietet den 1.200 Angestellten hochattraktive Arbeitsplätze mit Elbblick.

Der siebengeschossige Neubau ist als offene Bürolandschaft konzipiert. Zentraler Bereich ist das weitläufige Atrium, das sowohl für die interne Kommunikation als auch für das innovative Energiekonzept eine wichtige Rolle spielt. Die Verknüpfung mit dem umgebenden Stadtraum stellt das öffentlich zugängliche Erdgeschoss her. Ausstellungsräume, Café und Spa-Bereich laden zum Bummeln, Verweilen und Verwöhnen ein.

Das hochmoderne Gebäude erfüllt höchste ökologische Anforderungen und erreichte den Gold-Standard des Umweltzeichens HafenCity. Es ist weltweit das erste Haus mit ausschließlich energiesparender LED-Beleuchtung. Seine Pionierfunktion beweist es auch durch weitere innovative Aspekte, wie der Energiegewinnung mittels Geothermie oder der einlagigen Membranfassade, die den außen liegenden Sonnenschutz vor starken Winden schützt. Der jährliche Gesamtbedarf an Primärenergie soll weniger als 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter betragen.

Bis vor wenigen Jahren war der Standort des Unilever-Hauses Teil des Hamburger Freihafens und damit nicht zugänglich. Heute ist er ein transparenter und lebendiger Ort und ein urbanes Vorzeigeprojekt für engagierten Ressourcenschutz.


Architekten:
BEHNISCH ARCHITEKTEN, Stuttgart
www.behnisch.com

Bauherr:
HOCHTIEF Projektentwicklung GmbH

 
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SOLAR DECATHLON – DAS HAUS ALS KRAFTWERK »PROTOTYPE HOME 2015«
Darmstadt, 2007


 
 

Solar Decathlon ist ein vom US-amerikanischen Energieministerium ausgeschriebener internationaler Wettbewerb. Für das Wohnen im Jahr 2015 sollte ein energieautarkes Gebäude entworfen werden. 20 studentische Teams aus den USA, Kanada, Puerto Rico, Spanien und Deutschland waren 2007 eingeladen und traten in Washington D.C. gegeneinander an. Studenten der Technischen Universität Darmstadt bildeten das »Team Germany« und gewannen den 1. Preis.

Mit dem Wettbewerb sollte das schönste, funktionalste und zukunftsträchtigste Haus ermittelt werden. Die Vorgaben forderten ein vollständig energie-autarkes Gebäude, das alle zum Leben notwendige Energie durch in die Häuser integrierte Solartechnik generiert. Die maximale Grundfläche durfte 75 Quadratmeter nicht überschreiten.

Die 20 aus diesem Grund äußerst kompakten Wohngebäude wurden in zehn Einzeldisziplinen bewertet.

Der Gebäudeprototyp des deutschen Teams demonstriert, dass extreme Energieeffizienz durchaus mit Ästhetik und Wohnkomfort vereinbar ist. Überwiegend mit Technik »Made in Germany« und deutschen Herstellern gebaut, zeigt er die deutsche Herangehensweise. Das Haus ist gespickt mit neuen Technologien und Konzepten, die für Energieautonomie sorgen: in die Fassade und das Dach integrierte Solarstromerzeugung, Vakuumdämmung oder thermoaktive Bauteilsysteme mit Phase Change Materials. Die Konstruktion in moderner Holzbauweise und der Einsatz von Massivholz zeigen die Leistungsfähigkeit und den Innovationsgrad von nachwachsenden Holzwerkstoffen auf.

Das erfolgreiche deutsche Team bestand aus 25 Studenten des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Darmstadt. Es tritt als Titelverteidiger 2009 erneut an.


Projektplanung:
Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur, Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen
Team Germany, Darmstadt, Leitung: Prof. Manfred Hegger
www.ee.architektur.tu-darmstadt.de

Auftraggeber:
U.S. Department of Energy, Washington D.C. (USA)
www.solardecathlon.de
www.solardecathlon2009.de

 
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HOLZHOCHHAUS E3 – KLIMABEWUSST MIT AUSDAUER
Berlin, 2008


 
 

Baulücken in der Stadt sind ein großes Potenzial: nicht nur für neuen Wohnraum, auch für innovatives und ökologisches Bauen. Dies zeigten die Architekten Kaden Klingbeil aus Berlin mit der ersten siebengeschossigen Holzkonstruktion im Zentrum einer Metropole.

Nach der Berliner Bauordnung dürfte es das Haus e3 eigentlich nicht geben. Doch traten im Jahr 2006 sechs Familien an die Architekten mit der Anfrage heran, ob ein Holzbau mit sieben Etagen in einer Baulücke im Altbaubestand am Prenzlauer Berg in Berlin genehmigungsfähig und technisch möglich wäre. Das im Holzhausbau erfahrene Architektenteam übernahm nicht nur den Auftrag, es schloss sich kurzerhand der Baugruppe an. Sie gewannen nacheinander mehr und mehr Fürsprecher: Feuerwehr, Politiker und Medien. Gutachterliche Untersuchungen ergaben die Einhaltung der Sicherheits-vorschriften, und das Unmögliche wurde möglich.

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und wird bei diesem Gebäude nahezu vollständig als Baumaterial verwendet. Schon deswegen handelt es sich um ein energetisch vorbildliches Haus, dessen Primäraufwand für den Rohbau
bei lediglich 30 % einer traditionellen Massivhauskonstruktion lag. Die hervorragenden wärmetechnischen Eigenschaften des Baustoffs Holz führen zusammen mit der Außendämmung zu einem sehr niedrigen jährlichen Energiebedarf von weit unter 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Das Haus e3 liefert den Nachweis dafür, dass mit Sorgfalt und Durchsetzungsvermögen eingefahrene Denkmuster überwindbar und attraktive Architektur und ökologische Bauweise vereinbar sind.

Architekten:
KADEN KLINGBEIL, Berlin
www.kaden-klingbeil.de

Bauherr:
e3Bau GbR, Berlin
www.e3-berlin.de

 
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  WERNER SOBEK – VORREITER FÜR INNOVATIVES UND NACHHALTIGES BAUEN
Stuttgart


 
 

Ökologisches Bauen und nachhaltige Architektur – in Deutschland gibt es einige herausragende Persönlichkeiten, die sich dieser Herausforderung stellen. Einer von ihnen ist Werner Sobek. Er ist Ingenieur und Architekt, Leiter des renommierten Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart und seit 2008 Mies van der Rohe Professor am Illinois Institute of Technology in Chicago. Bereits vor ca. zehn Jahren zeigte Werner Sobek mit seinem Wohnhaus R128 in Stuttgart, wie das Bauen der Zukunft aussehen kann.

Inzwischen ist Werner Sobek weltweit unterwegs, mit Büroniederlassungen in Dubai, Moskau, Kairo und New York. Sein Name steht für Engineering, Design und Nachhaltigkeit. Mit dem Haus R128 bewies Werner Sobek schon 2001, dass sein Prinzip des Bauens, das er einmal »Triple Zero« genannt hat, funktioniert: kein Müll, kein Kohlendioxid und keine Energie. Es wurde als vollkommen rezyklierbares, im Betrieb emissionsfreies Null- Heizenergie-Gebäude entworfen.

Seit 2008 ist Werner Sobek Präsident der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) und war in dieser Eigenschaft an der Entwicklung des DGNB-Gütesiegels, einem deutschen Zertifizierungssystem, beteiligt. Es baut auf dem Lebenszyklusgedanken auf und bezieht neben den ökologischen Aspekten des »green building« auch ökonomische und soziokulturelle Themen ein – und integriert damit alle drei Säulen der Nachhaltigkeit gleichermaßen.

2009 wurde Werner Sobek der »Doktor der Ingenieurwissenschaften Ehrenhalber« von der Technischen Universität Dresden verliehen, für seine Verdienste um die Entwicklung der modernen Architektur, insbesondere im Hinblick auf das schöpferische Zusammenwirken von Architekten und Ingenieuren, und sein Engagement für ein Umdenken im Bauen für die Zukunft.


Ideen und Entwürfe:
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Werner Sobek, Stuttgart; Werner Sobek Stuttgart GmbH & Co. KG; Werner Sobek Design GmbH & Co. KG, WS Green Technologies GmbH; Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB); Professor an der Universität Stuttgart und am Illinois Institute of Technology (IIT), Chicago (USA)
www.wernersobek.com

 
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Tropenwald 10° 35’ 20,37’’ S / 63° 36’ 50,50’’ W
Folke Köbberling / Martin Kaltwasser
300 x 200 cm, gefundenes Tropenholz, 2007


 
 
© Folke Köbberling und Martin Kaltwasser
 

In ihrer Installation »Tropenwald 10° 35’ 20,37’’ S / 63° 36’ 50,50’’ W« projiziert das Künstlerpaar Folke Köbberling und Martin Kaltwasser Bilder des Computerprogramms Google Earth auf gefundenes Tropenholz. Die Bilder zeigen die Regenwälder im Gebiet des südwestlichen brasilianischen Bundesstaat Rondônia aus der Satellitenperspektive und machen die planmäßige Zerstörung der Regenwälder sichtbar.

Aus Türen und Wänden haben sie das gesägt, was von oben betrachtet noch als Regenwald zu sehen ist. Der Verbrauch von Holz wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen und auch die letzten Teile des Regenwalds zerstören. Der dreidimensionale Plan evoziert die Bilder der Vernichtung von Lebensräumen und des unreflektierten Konsums durch die westliche Welt. Das fragile Ökosystem kann jeden Moment zusammenbrechen.

 
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