AUSSTELLUNG
Die Vielfalt der Stadtgesellschaft, urbane Entwicklung und ökologische Aspekte stehen als Themenschwerpunkte im Vordergrund des deutschen Beitrags und sind von drei Zukunftsbildern der Metropole geprägt: Kosmopolis –- Metrozonen – Ecoscapes.
Zukunftsbild Kosmopolis
Die Stadt als Kosmopolis – die all ihren Bewohnern Chancen eröffnet.
Stets waren die großen Städte Fluchtpunkte all derer, die den Zugang zu ökonomischen, kulturellen oder sozialen Entfaltungsmöglichkeiten suchten. Aber Metropolen sind auch die Orte schärfster Ausgrenzungen. Denn gerade dort, wo die Vielfalt und der Zustrom am größten sind, wachsen die Mauern besonders hoch. Es droht das zerstörerische Auseinanderfallen der Stadtgesellschaft – und in der Folge, dass die produktive Kreativität der am Rande stehenden Gruppen nicht genutzt wird.
Weltweit sind die Stadtgesellschaften in den vergangenen Jahrzehnten vielfältiger, internationaler geworden. Polarisierung, Mobilität und ökonomische Vernetzung haben zugenommen – und mit ihnen der Zustrom derer, die entfernt der Heimat ihre Zukunft suchen. So stellen sich in allen Metropolen der Welt dieselben Fragen: Wie kann das Zusammenleben einer immer bunter werdenden Stadtgesellschaft gestaltet werden? Wie lassen sich kulturelle Unterschiede bewahren, aber dennoch die nötigen Schnittpunkte schaffen, an denen durch die Notwendigkeit, Brücken zu bauen, Neues entsteht?
Cidade para Todos zeigt, wie die Vision der Kosmopolis schon heute
Realität wird.
Zukunftsbild Metrozonen
Die Stadt der Metrozonen – der inneren Peripherien, die zu lebenswerten Orten werden. Diese Orte gibt es in jeder Metropole: Bereiche, an denen die innere Stadt plötzlich abreißt, wo Verkehrswege und Industrie, versprengte Wohninseln und Brachflächen aufeinander treffen. Hier zeigt sich die volle Kraft der Metropole und ihrer Menschen- und Güterströme – in einer ganz eigenen Sprache des Funktionierens, des Versorgens, des Verteilens. Es sind diese Teile der Stadt, die als Schauplatz einer urbanen Transformation ins Blickfeld rücken.
Hier bieten sich heute ganz neue Möglichkeiten, die Stadt weiterzubauen.
Die Entwicklung der inneren Stadtränder ist ungleich schwieriger: Zersplitterte Eigentümerstrukturen, hohe Emissionsbelastungen und städtebauliche Barrieren erschweren den Umbau. In den Metrozonen sind neue Strategien der Stadtentwicklung gefragt: Projekte, die mit den Belastungen, die auf diesen Gebieten liegen, umgehen und eine eigene Qualität von Stadtraum schaffen – keine Vorstadtidyllen, sondern kraftvolle und »ehrliche« urbane Räume, die mit der Dynamik spielen.
Cidade para Todos zeigt, wie die Vision der Metrozonen schon heute
Realität wird.
Zukunftsbild Ecoscapes
Die Stadt als Ecoscape – als Stadtlandschaft, die mehr Energie erzeugt, als sie verbraucht. Der Großteil der Energie wird in den Städten verbraucht – besonders viel durch das Bauen und Wohnen. Wollen wir den CO2-Ausstoß spürbar verringern, müssen wir die Art, wie wir bauen und wohnen, grund-legend überdenken. Das beginnt bei der Frage, wo gebaut wird:
Der Verbrauch von immer mehr Fläche schadet unserem Planeten. Aber
auch das einzelne Gebäude wird sich von Grund auf ändern: Statt Energie zu verbrauchen, wird es Energie gewinnen – und zwar aus dem, was es umgibt: Luft, Wasser, Boden. Und die Stadt wird lernen, mit den Folgen des Klima-wandels auf intelligente Art umzugehen, wie der Bambus, der sich im Wind wiegt. Nicht in der immer stärkeren Abwehr der Naturgewalten liegt die Zukunft, sondern in geschickter Anpassung – und konsequenter Vermeidung von allem, was den Klimawandel verstärken könnte.
Die Stadt wird zur Klima-Stadtlandschaft, zur Ecoscape. Sie lernt zu wachsen, das Klima zu schonen – und neuen Wohlstand aus dem schonenden Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten zu ziehen.
Cidade para Todos zeigt, wie die Vision der Ecoscapes schon heute
Realität wird.
Zu jedem Zukunftsbild werden vier Ebenen von Projekten vorgestellt:
Visions – wegweisende Projekte für die Zukunft der Metropole
Spaces – die Bruchkanten der Stadt als Möglichkeitsräume für neue Urbanität
Heroes – Pioniere des Gemeinwesens und einer nachhaltigen Stadt
Joker – Kunst als urbane Intervention, Interaktion und Provokation
 |